Konflikte – etwas Schlechtes?

Model aus Ton

Wir alle kennen ihn. Er trägt viele Namen: Streit, Kampf, Problem und sogar Krieg – der Konflikt erscheint äußerst facettenreich in allen Lebensbereichen.

Eine allgemein gültige Definition von „Konflikt“ sucht man vergeblich doch sind wir uns vermutlich einig, dass Konflikte beinahe unvermeidbar sind und sehr schnell entstehen können.

Oft brodeln sie, manchmal sogar jahrelang, unter der Oberfläche bis ein letzter Tropfen das Fass zum überlaufen bringt und sie eskalieren.

Unnötige Feindseligkeit, materieller Schaden und psychische Verletzungen sind häufig das Resultat eines unverarbeiteten Konflikts und lassen erkennen, dass sie sich selten von selbst lösen.

Sowohl in meinem Privat- als auch im Berufsleben stelle ich immer wieder fest, dass eine große Scheu, teilweise auch Angst vor Konflikten besteht.

Sie sind ein regelrechtes Tabuthema in unserer Gesellschaft und viele Menschen wollen „Streit“ und Meinungsverschiedenheiten unbedingt vermeiden.

Die meisten vertreten die Auffassung „Konflikte sind etwas Schlechtes“

Diese Ansicht teile ich allerdings nicht.
Für mich steckt hinter jedem Konflikt eine Chance. Die Möglichkeit sich selbst und auch unser Gegenüber tiefer und intensiver kennen zu lernen.

Nutze ich die Chance, die hinter dem Streit steckt nicht, ignoriere ich die Situation oder flüchte ich sogar davor, leide ich womöglich dauerhaft unterschwellig und kratze immer nur an der Oberfläche – sowohl in Bezug auf mich selbst, als auch auf den Anderen.

Das Ignorieren des Problems fühlt sich möglicherweise im ersten Moment bequemer an, doch irgendwann sind die Fronten so verhärtet, dass es immer schwieriger wird den Konflikt zu lösen und eine friedliche und harmonische Atmosphäre in der Gemeinschaft zu erschaffen.

Wie kann ich also meine eigenen inneren Konflikte und die Konflikte innerhalb der Gemeinschaft best-möglichst lösen?

Ich denke, es ist wichtig zu verstehen, dass der Kern in jedem Konflikt, meist ein oder mehrere unerfüllte Bedürfnisse darstellt.

Eine Zentrale Rolle sollte also das Herausfinden dieser Bedürfnisse oder Wünsche der beteiligten Personen spielen.

Hierzu passt das schöne Zitat vom verstorbenen Begründer der gewaltfreien Kommunikation Marshall B. Rosenberg „Konflikte sind der tragische Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse“

Bedürfnisse wollen beachtet werden.

In Konfliktsituationen sollte es also darum gehen, unsere eigenen Bedürfnisse und die unseres Gegenübers aufzuspüren und zu schauen, wie sie erfüllt werden können.

In der Theorie klingt das ja alles schön und richtig aber wie schaut es mit der Umsetzung aus?

Vermutlich stimmen mir die meisten hier zu wenn ich behaupte wie schwierig es oft ist, im Eifer des Gefechts und der Hitze der Gefühle einen kühlen Kopf zu bewahren und nach den Wünschen und Bedürfnissen aller Beteiligten zu forschen. Meist neigen wir zu Schuldzuweisungen, laut zu diskutieren und uns gegenseitig mit Vorwürfen und verletzenden Worten zu bombardieren.

Geradezu animalisch und irrsinnig reagieren wir auf Unstimmigkeiten und emotionalen Auseinandersetzungen.

Nicht selten spielen Ängste und Unsicherheiten in solchen Situationen eine tragende Rolle.

Wie ich also mit Problemen und Konflikten umgehe hängt schlussfolgernd stark davon ab, wie ich mit meinen Ängsten fertig werde.

In der Psychologie unterscheidet man drei Ausdrucksformen von Angst.

  • Angriff
  • Flucht
  • Starre

folglich macht es für mich also auch Sinn, hinter jedem Bedürfnis und Wunsch, auch die jeweilige Angst zu ergründen.

In jedem Fall ist Selbstreflexion eine unausweichliche Notwendigkeit um Konflikte in mir und der Gemeinschaft zu (er)lösen.

Mit diesen Zeilen wollte ich mich mal wieder mit dem Thema Konflikt auseinandersetzen und reflektieren, wie ich damit umgehe und wo ich für mich meine Schwachstellen erkenne.

Es freut mich wenn ich den ein anderen darin motiviert habe, dasselbe zu tun.

Danke fürs lesen,

eure Riah

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